East meets West, Okzident trifft Orient / 2

Monatsbeitrag Februar 2021:  Schöpfungsvergleich Okzident<>Orient

Peter W. Köhne

 

 

 

 

Der Beginn ist gleich

Im Humaneutik Basisthema Weltanschauung Teil 2 hatten wir bereits einen Namen für die gesamte Schöpfung der Existenzebenen überlegt und haben es das GANZE genannt. Im Teil 1 der Weltanschauung hatten wir auch schon festgestellt, dass die Schöpfungsmythen weltweit in Ost und West dort beginnen, wo die Schöpfung in die Polarität eintritt. Erst dort gehen die Beschreibungen auseinander und verwenden unterschiedliche Symbole. Vor dem Eintritt in die duale Polarität sind die Symbole gleich und die Betrachtungen haben ähnliche Aussagen.

Der Kreis

Der Kreis symbolisiert das Unendliche, er hat keinen Anfang und kein Ende, gleichzeitig aber auch überall einen Anfang und ein Ende.

Die östliche Beschreibung für dieses Symbol ist das WU im Chinesischen und das MU im Japanischen. Es beschreibt das Nichts, die allumfassende Leere, wobei wir uns hier die Frage stellen müssen, ob das Allumfassende auch Alles ist. Dann wäre es das Alles uns Nichts, wobei Alles auch das Nichts einbezieht, sonst wäre es nicht Alles.

Die westliche Betrachtung beschreibt es als Das GOTT, das UR, ungeoffenbart, das in sich selbst ruhende Alles und Nichts.

In der Betrachtung der Existenzebenen entspricht es dem Überraum mit den Dimensionen x9-x12 (Hintergrundraum G4)

Kreis mit Punkt

Dieses Symbol ist schon in vielen alten Überlieferungen in Ägypten und China als Sonnensymbol beschrieben und ist auch heute üblich in der Astronomie, Astrologie und vielen anderen Bereichen. Symbolisch lässt sich der Punkt im Kreis auch als Keim der Schöpfung betrachten, das Wort Gottes, das dann ausgesprochen wird.

Ostbetrachtung: Das DAO* (Tao), der Weg zur großen Einheit des Lebens. Das unausgesprochene Wort der Schöpfung, das Unergründliche.

Westbetrachtung: Das All-Eine, Das Eine im All. Die 1. Willensregung und Offenbarung von GOTT.

Existenzebenen: Informationsraum x7-x8 (informatorischer Raum I2)

Polarität

Die Polarität ist die entscheidende Untergruppe der Dualität. Durch die Aufspaltung in die zwei gegensätzlichen Pole entsteht ein Spannungsfeld, das die gesamte Evolution in Gang bringt und die treibende Kraft für alle Entwicklungen darstellt. Das physikalische Axiom ist „actio est reactio“, keine Wirkung ohne Ursache, kein Geschehen ohne Auslöser!

Bei diesem Schritt beginnt die Unterscheidung der Symbole in Ost und West.

Ostbetrachtung: Polarität, Licht und Dunkel, Raum und Zeit, Yin und Yang., das ausgesprochene Wort.

Westbetrachtung: Das Wort kommt in Bewegung. Der Punkt im Kreis beginnt zu schwingen und zeigt die Teilung

vertikal: die Offenbarung Gottes in der Zeit,

horizontal: die Offenbarung Gottes im Raum

Existenzebenen: Strukturebene x5-x6 (organisatorischer Raum S2)

Dynamik

Durch die Ausweitung der Polarität entsteht eine immer stärker werdende Dynamik, die die gesamte Schöpfung in Fluss bringt. Es entstehen die Naturkräfte oder Grundkräfte der Physik, die vier fundamentalen Wechselwirkungen Gravitation, Elektromagnetismus, schwache und starke Wechselwirkung.

Ostbetrachtung: HoTu, „der ewige schöpferische Strom“ der unendlichen Manifestationen. Der Innenkreis zeigt den Ursprung, das WU.

Westbetrachtung: Kreuzigung von Raum und Zeit, bedingte Polarität aller möglichen Manifestationen mit der Entwicklung in der Zeit.

Existenzebenen: Zeit x4 (Zeitstruktur T1)

Alles ist gut

In der Schöpfungsgeschichte der Bibel heißt es nach jedem Tag über Gott: … und Gott sah, dass es gut war… Das Symbol der Swastika bedeutet übersetzt „Alles ist gut“. Die Swastika wird in den letzten 200 Jahren zwar als Hakenkreuz oft als westlich angesehen, stammt aber aus den orientalischen Kulturkreisen und ist schon seit ca. 5000 Jahren bekannt. Eine unrühmliche Bedeutung erhielt sie in der Zeit des Nationalsozialismus in ihrer linksdrehenden Form**.

dreht rechts
dreht links

Ostbetrachtung: Tai Chi (Taiji), Einheit der komplementären Polaritäten, der ewige Wechsel von Yin und Yang, Werden und Vergehen.

dreht links
dreht rechts

Westbetrachtung: Swastika (Sanskrit „Glücksbringer“), (chin. Wan, jap. Manji), altnordisch „Sonnenrad“ der polaren Sonnendrehkraft, Rad von Werden (rechtsdrehend) und Vergehen (linksdrehend).

Existenzebenen: Raumzeit R4 (umfasst den dreidimensionalen, physischen Raum R3 mit der Zeitstruktur T1, also die Dimensionen x1-x4).

Wenn auch die Formulierungen und Symbole in Ost und West nicht unmittelbar identisch sind, so haben sie doch in der Gesamtheit die gleichen Aussagen, was den Verlauf und das Ergebnis der Schöpfung betrifft. Wir können wohl annehmen, dass alle Schöpfungserzählungen und Mythen einer Urquelle entspringen.

* Das Dao lässt sich eigentlich nicht übersetzen und wird daher unterschiedlich interpretiert. Wir könnten es mit dem Begriff „Das Ganze“, den wir bereits geprägt hatten, gleich setzen. Der chinesische Philosoph Laotse beschreibt die Entstehung der Welt mit ein paar Sätzen, eine Kurzform dessen, was ich in diesem Beitrag aufgezeigt habe:

Aus dem „Unergründlichen“ erquoll das Eine, aus dem Einen ward das Zweite, aus dem Zweiten ward das Dritte, das Dritte erzeugte das Viele. (aus Tao-Te-King von Rudolf Backofen)

Hier spiegelt sich das deutsche Sprichwort wieder: Alle guten Dinge sind DREI (alle schlechte Dinge aber auch, polar betrachtet).

** Tai Chi Symbol und Swastika werden sehr unterschiedlich dargestellt, dabei wird nur wenig Augenmerk auf die Drehrichtung gelegt. Wie oben schon angedeutet hat dies aber eine Bedeutung, rechtsdrehend steht für Werden, linksdrehend für Vergehen. Dies ist auch verständlich, da in der Polarität immer beide Seiten existieren. Vielleicht ist dahinter auch ein Grund zu sehen, dass das so genannte 3. Reich untergehen musste, da mit dem linksdrehenden Hakenkreuz als Symbol der Niedergang vorprogrammiert war.

Thema im März 2021: Persönlichkeiten, Schubladen und Rassen

Alle verfügbaren Beiträge (2017-2020) in der Gesamtübersicht.

Verwendete Schlagwörter: , , ,

2 Kommentare zu „East meets West, Okzident trifft Orient / 2

  1. Heute habe ich überhaupt keine Zeit, so viel zu tun, mit Alltag und Business. Dann habe ich mal angefangen zu lesen und … verdammt, das gibts doch gar nicht, das ist existenziell wichtig, das ist entscheidend! Peter W. Köhne Du hälst mich von der Arbeit ab, danke weil das viel wichtiger ist! Danke, das macht Mut, denn scheint so, als könne man das lernen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*