Die 12 Sinne, Schmecken

Monatsbeitrag Februar 2020:  Der Geschmackssinn

Schmecken

Von Peter W. Köhne

Der Geschmackssinn

Schmecken und Tasten, passt das zusammen? Ja, auch den Tastsinn finden wir im Zusammenhang mit dem Geschmackssinn wieder. Wie auch viele andere Sinne arbeiten beide zusammen. Im Gegenteil zum Tastsinn dringt hierbei die Nahrung in den Körper ein. Eine direkte Grenze wie beim Tastsinn gibt es hier nur dann, wenn wir den Mund verschließen. Dies liegt aber in unserem Ermessen. Der Anteil des Tastens im Mund bezieht sich im Wesentlichen auf das erspüren der Nahrung mit dem Gaumen oder der Zunge. Ist es fest, weich, flüssig oder welche Konsistenz hat das, was wir zu uns nehmen? Natürlich spielt auch die Wärme eine Rolle, die aber vom Wärmesinn erfasst wird, darauf kommen wir später zurück.

6 Geschmacksrichtungen

Erst wenn die Nahrung  im Mund ist, erfolgt die Analyse auf ihre Grundqualität, die in Geschmacksrichtungen eingeteilt ist. Dies waren bis zum 19. Jahrhundert vier Richtungen:

  • salzig – ist die konkreteste Geschmacksrichtung, bei salziger Nahrung durch Speisesalz und anderen Mineralsalzen
  • süß – bei zuckerhaltiger Nahrung wie reinem Zucker, Zuckerabkömmlingen und Zuckerersatzstoffen aber auch bei Alkoholen u.a.
  • sauer – bei säurehaltiger Nahrung
  • bitter – bei Nahrung mit Bitterstoffen

Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte ein Japaner eine weitere Geschmacksrichtung umami, was soviel heißt wie würziger Geschmack. Wer die asiatische Küche kennt, kennt auch diesen typischen Geschmack von Glutamat, das auch in verschiedenen Gewürzmischungen enthalten ist.

Neu ist eine weitere Geschmacksrichtung,  fett, die vor ein paar Jahren australische Forscher entdeckten, die sie ‚Fettsinn’ nannten. Dies ist aber noch sehr umstritten, da Fett nicht von allen Menschen deutlich zu schmecken ist. Am deutlichsten zu schmecken war bei der Untersuchung das Fett von Menschen mit einem niedrigen BMI (Body-Mass-Index). Schlanke Menschen konnten bei den Versuchen Fett deutlicher herausschmecken als vollleibige. Diese Geschmacksrichtung wird noch weiter erforscht.

Geschmackssinn und Kommunikation

Wie beim Tastsinn führen wir auch mit dem Geschmackssinn eine Kommunikation,  hier mit dem Stoff, den wir von außen in den Mund einführen. Essen ist eine sehr intime Kommunikation, hauptsächlich dann, wenn wir den Mund dabei geschlossen halten. Wenn wir essen, führen wir ein intimes Gespräch mit dem, was wir gerade essen, wir geben den Speichel hinzu und der Stoff gibt uns die Substanz, die wir schmecken. Diese Kommunikation ist umso intensiver, je länger wir kauen und damit auch die Speise besser auf die Verdauung vorbereiten.

Die ersten und viele andere Heilkräuter wurden über den Geschmack herausgefunden. Noch etwas, welchen Geschmack bevorzugen wir beim Küssen am meisten? Knoblauch? Na ja, wohl auch Geschmackssache.

Geschmack und Sozialverhalten

Geschmack hat auch in unserem täglichen Leben Einzug gehalten mit verschiedenen Redewendungen. Nehmen wir an, es geschieht etwas, was uns gar nicht passt, sagen wir manchmal: „Das schmeckt mir aber gar nicht!“ Oder wir sehen jemanden, der gut gekleidet ist und kommentieren es mit: „ Das steht dir gut, du hast einen guten Geschmack.“ So können wir auf indirekte Art „über“ den Geschmack kommunizieren.

Der Geruchssinn, den wir das nächste Mal besprechen, ist aufdringlicher, wir können Geruch fast nicht verhindern … mehr beim nächsten Mal.

Nächster Beitrag März 2020: Der Geruchssinn

Alle verfügbaren Beiträge (2017-2020) in der Gesamtübersicht.

 

Getagged mit: , ,
2 Kommentare zu “Die 12 Sinne, Schmecken
  1. Andrea sagt:

    Sinne, wieviel Sinne haben wir? Wie nutzen wir diese? Was lehren sie uns? Ich habe keine Antwort ich habe nur meine Antwort und diese ist: Alle Sinne auf Empfang! Wenn ich alle Sinne auf Empfang habe, dann kann ich mit jedem Sinn etwas erkennen, erfühlen, schmecken, hören…und ich kann die Verbindungen herstellen. Welcher Sinn auch immer etwas erkennen lässt, so kann ich es nur erkennen wenn ich auch meine Gedanken und meine anderen Sinne, welche auch immer es sind, dafür öffne. Vielleicht geht es auch nur, wenn ich mein Herz öffne, damit ich die Sinne überhaupt wahrnehmen kann.
    Es gibt Menschen, die sprechen von versalzenem Essen und der Nächste salzt nach..ist es nun versalzen, oder ist das Essen gar nicht gewürzt…Welcher Sinn meldet die Antwort?
    Lieber Peter, ich danke Dir für Deine Ausführungen und wollte mit meinen Anmerkungen einen weiteren Impuls setzen und eine andere Idee ermöglichen….das Spiel mit den Möglichkeiten oder das Erkennen des IST?!

    • gas55barak46 sagt:

      Danke Andrea für Deinen tief-Sinnigen Kommentar. Die bewusste Achtsamkeit beim Wahrnehmen mit unseren Sinnen gibt uns viele Einblicke in uns selbst und unsere Umwelt, nämlich das, was uns diese Sinne wahrgeben. Wir möchten dies bewusster werden lassen, in dem wir alle 12 Sinne genauer betrachten. Du hast natürlich Recht, wenn das Herz verschlossen ist, wird daraus nichts.