Die 12 Sinne des Menschen / 1

Monatsbeitrag Januar 2020:  Der Tastsinn

12 Sinne? Wieso nicht nur 5 Sinne?

Von Peter W. Köhne

 Jemand kommt zum Arzt, weil ihm immer wieder schwindelig ist. Der Arzt untersucht ihn mit dem Ergebnis, dass wohl der Gleichgewichtssinn gestört ist.

Wie? Gleichgewichtssinn? Welcher von unseren 5 bekannten Sinnen soll das denn sein? Aber offenbar existiert er, sonst käme der Arzt wohl nicht zu dieser Diagnose. Zu den bekannten Sinnen wie Tastsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn, Hörsinn und Sehsinn gehört er wohl nicht. Wozu dann?

Ich kenne viele Menschen, die sind der Meinung  ‚Nur was ich anfassen kann, ist für mich real’.  Gut, damit ist wohl der Tastsinn gemeint, damit bleibt dann aber das ‚Unfassbare’ verborgen. Was ist denn mit den anderen 4 Sinnen? Die erweiterte Meinung ist ‚Ich glaube nur das, was ich mit meinen 5 Sinnen wahrnehmen kann’.

Dabei taucht spätestens jetzt die Frage auf, ob wir wirklich mit unseren 5 Sinnen alles wahrnehmen können. Was ist mit den Daten, die mit einem Handy übertragen werden? Es ist nicht so, wie in dem Film ‚Lucy’, die sich durch ihr erweitertes Bewusstsein alle Emails in der Umgebung einfach in der Luft ansehen konnte.

Es muss also mehr Sinne geben, wie z.B. auch den Gleichgewichtssinn. Rudolf Steiner hat diese Gedanken zu Ende geführt und 12 Sinne beschrieben, die wir uns in diesem Jahr etwas genauer ansehen wollen. Dazu gehört natürlich auch der Gleichgewichtssinn.

Beginnen wir mit dem schon genannten Tastsinn, ein rein körperlicher Sinn, um Materie in unterschiedlicher Form wahrzunehmen. Der Tastsinn zeigt sehr deutlich, wo es nicht mehr weitergeht, wo die persönliche Grenze ist. Dies spüren wir am deutlichsten bei festen Körpern und Stoffen. Bei weichen oder flüssigen Körpern oder Stoffen ist die Grenze nicht so massiv, aber es bleibt immer eine gewisse Grenze. Genau betrachtet kommuniziert der Tastsinn mit dem Umfeld. Am besten können wir es sehen, wenn wir mit einem Finger auf eine Tischplatte drücken. Was passiert? Die Kuppe unseres Fingers wird eingedrückt. Dies können wir als eine Art Antwort dieses Tisches ansehen, die uns sagt, dass es sich um einen festen Gegenstand handelt. Bei weichen Stoffen ist es anders, da gibt das Material nach. Auch spüren wir, ob die Oberfläche glatt, rau oder weich ist. So gesehen kommunizieren wir über den Tastsinn mit der Umwelt.

Aber diese Kommunikation ist wesentlich umfangreicher, wenn die medizinische Anwendung einbezogen wird wie das Abtasten des Körpers durch den Arzt bei einer Diagnose oder Behandlungen wie Massagen, Physiotherapie, Faszientherapie und vieles mehr. Auch das Zusammenspiel mit anderen Sinnen wie beim Wärmeempfinden erweitert den Bereich des Tastsinns.

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