Alles hat ein Gegenteil

Monatsbeitrag Juni 2019

Alles hat ein Gegenteil,
in der Welt, im Universum

Von Peter W. Köhne

In einem meiner Seminare stelle ich die Frage: „Gibt es in diesem Universum etwas, das kein Gegenteil hat?“ Es benötigt meist eine gewisse Bedenkzeit, bis die ersten Reaktionen kommen. Dann folgen hochgezogene Augenbrauen, Schulterzucken und Kopfschütteln. Letztens bekam ich eine klare Antwort: “Gott“. Ich fragte ihn, von welchem Gott er spreche, dessen Gegenspieler der Teufel ist, dem Gottvater, dem die Gottmutter fehlt oder die Engel für die es keine Dämonen gibt.

Da hatte ich allerdings einen wunden Punkt getroffen, denn was ist denn mit der Medaille, die keine zweite Seite hat? Funktioniert eine elektrische Lampe, wenn ihr ein Pol (plus oder minus) fehlt? Kann ein Problem ohne Lösung existieren? Nein! Denn wenn es keine Lösung gibt, ist es auch kein Problem. Oft starren wir aber mehr auf das Problem, als uns auf die Lösung zu konzentrieren.

Ganz gleich, wie wir es betrachten, es gibt immer zwei Seiten. „Ja“ sagte jemand zu mir”, das ist so mit dem Dualismus.“ Mir gefällt das nicht, dual beschreibt genau betrachtet eine Zweiheit, bei denen beide Teile nicht unbedingt aufeinander angewiesen sind. Ein duales Studium bietet beide Seiten der Ausbildung, Praxis in einer Firma und Studium an einer Hochschule. Ich könnte aber auch nur das eine oder andere wählen, Praxis oder Theorie, beide hängen nicht unbedingt von einander ab. Anders ist es mit der Polarität, hierbei bedingt eines das andere, das Eine kann ohne das Andere nicht existieren. Frieden kann es nur mit Krieg geben. Wenn es nie Krieg gegeben hätte, wüsste niemand, was Frieden ist, wenn es nichts Böses gäbe, wüsste niemand, was gut ist usw. Gut und böse sind aber genau betrachtet das Gleiche, nur an unterschiedlichen Enden einer Skala von Zuneigung. Dies gilt auch für Hass und Liebe. Es kommt immer wieder vor, dass Liebe in Hass umschlägt und umgekehrt. Wie kann das sein? Betrachten wir es einfach als unterschiedliche Schwingungsgrade ein und derselben Sache. Ändern wir den Schwingungsgrad, können wir einen Pol in den anderen überführen.

Die Polarität ist aber wichtig. Nur durch das Spannungsverhältnis der beiden Pole wird etwas in Bewegung gesetzt. Nur deswegen brennt eine Lampe, dreht sich ein Elektromotor, können sich die Menschen weiter fortpflanzen, gibt es Ursache und Wirkung, wie wir im Beitrag vom Mai gesehen haben.

Raum und Zeit sind auch zwei Gegenpole, ohne Raum keine Zeit oder ohne Zeit keinen Raum, beide hängen von einander ab. Jetzt kommen die Quantenphysiker und behaupten, dass es in der „non local area“ keine Polarität gibt. Stimmt, „non local“ also kein Ort, dann auch keine Zeit. An dieser Stelle ist schon Einstein mit seinem EPR-Paradoxon gescheitert. In unserer bekannten Welt sind Licht und Schatten unabdingbar mit einander verbunden, „wo Licht ist, ist auch Schatten“. Das gilt aber nur, wenn wir uns im Raum/Zeit-Kontinuum befinden. Verlassen wir es, wirft das Licht keinen Schatten mehr. Ich erinnere mich an eine Erfahrung, die ich im Dunkelretreat gemacht habe (z.B. eine Woche in völliger Dunkelheit leben). Die Lichterfahrung, die ich in diesen Tagen gemacht habe, hat mir gezeigt, dass es tatsächlich Licht gibt, das keine Schatten wirft, weil es überall ist und alles durchdringt.

Ich habe mich gefragt, wie das sein kann, denn nach der Physik hat jedes Licht eine Quelle, die Sonne, eine Lampe, die Sterne usw. und dieses Licht wirft Schatten.  Wie kann es also sein, dass ein Licht keinen Schatten wirft? Die einzige Erklärung, die ich darauf gefunden habe ist, dieses Licht ist in sich selbst die Quelle. Kann mir das jemand erklären? Ich habe bisher keine Erklärung dafür gefunden.

Fazit, es gibt also doch einen Bereich, in dem die Polarität aufgehoben ist, wo es „Frieden“ gibt, wo Gott ohne Teufel existiert und wesentlich größer und allumfassender ist, als wir es uns vorstellen können. Und wenn wir uns diese Größe nur annähernd vorstellen können, wird uns auch klar, dass es eine wirklich „Künstliche Intelligenz“ (KI) nicht geben kann, da alle Rechner durch 0 und 1 oder high and low begrenzt sind. Wir Menschen sind es nicht, wenn wir bedenken, dass wir in der Lage sind, die polare Welt mit den beiden Höchsten unsere 12 Sinne zu verlassen. Stellen wir uns also die Frage:

Wie sind wir selbst in der Lage, diese polare Welt zu managen und umzupolarisieren?

Mit den Monatsbetrachtungen wollen wir helfen, für jeden Monat einen wichtigen Aspekt des Lebens und der Welt aufzuzeigen und zur Umsetzung anzubieten, in diesem Monat Juni 2019 herauszufinden, wie wir lernen, eine neutrale Position einzunehmen, oder wie z.B. Hass in Liebe umzupolarisieren.

Ideal zur Meditation geeignet, um die Tiefe dieser Aussage zu erkennen und in den eigenen Alltag zu integrieren!

Alle Beiträge behandeln auch Inhalte der

HUMANEUTIK®, der Lehre vom guten und richtigen Umgang mit sich selbst und der Menschen untereinander.